9 Follower
23 Ich folge
LadySaphira

LadySaphira

Hüte dich vor deinem Nächsten: Thriller

Hüte Dich Vor Deinem Nächsten Thriller - Lisa Unger, Eva Bonné Isabel und Marcus sind seit fünf Jahren verheiratet. Mit vielen Höhen und Tiefen, aber immer noch glücklich. Als Marc eines Abends nicht von der Arbeit nach Hause kommt, glaubt Lisa zuerst an eine Affäre, es wäre nicht seine erste, aber als er auch am nächsten Tag nicht auftaucht beginnt sie sich Sorgen zu machen. In Marcs Firma will sie sich Gewissheit verschaffen und gerät dort in einen vermeintlichen FBI-Einsatz. Im Krankenhaus erfährt sie dann, dass das FBI nicht das FBI war und ihr Mann nicht der ist, für den er sich ausgibt.Mein Eindruck:Die Grundgeschichte die Lisa Unger in Hüte dich vor deinem Nächsten aufbaut hat auf jeden Fall etwas Alptraumartiges und ich kann mich gut in die Gefühlswelt von Isabel Raines hineinversetzen. Das Gefühlschaos in das sie stürzt wird sehr gut und einfühlsam beschrieben und auch das sie um jeden Preis versucht herauszufinden mit wem sie da verheiratet war und warum Marcus ihr das angetan hat ist recht nachvollziehbar beschrieben. Das sie Himmel und Hölle in Bewegung setzt um Marcus zu finden und ihn zur Rede zu stellen, dabei auf mafiöse Organisationen stösst und nicht nur sich selber in Gefahr bringt hätte der Stoff für eine wirklich spannende Story sein können.Zuviel NebenhandlungHätte ist dabei aber der springende Punkt, denn aufkeimende Spannung wird immer wieder durch ellenlange, meine Meinung nach oft vollkommen unnötige, Rückblicke im Keim erstickt. Sicher ist dass Vorleben der beiden wichtig für die Geschichte – aber ewig lange Schilderungen der Eheprobleme von Isabels Schwester haben so gar nichts mit der Handlung zu tun, bringen die Geschichte auch nicht wirklich voran und irgendwann habe ich einfach angefangen, sie zu überblättern.Zuviel NebencharaktereAuch Nebencharaktere sollten gut beschrieben sein, aber man kann es auch übertreiben. Eheprobleme scheinen hier wie eine Seuche zu grassieren, denn auch der ermittlende Beamte hat damit zu kämpfen und auch darüber werde ich in beinahe epischer Länge informiert – schade, dass der Typ eigentlich gar keine Rolle spielt. Er ist auch leider nicht der Einzige, auch sonst benötigt scheinbar jeder in diesem Buch dringend einen Therapeuten. Auf Dauer ist das ein bisschen viel Drama für Nebendarsteller.Zuviel SelbstbeweihräucherungEin weiterer sehr überstrapazierter Punkt ist die Tatsache, dass die Heldin des Buches Autorin ist und deshalb natürlich ihre Umgebung und die Menschen darin viel besser beobachten und beurteilen kann als der Normalsterbliche Nach der zehnten ausführlichen Erwähnung dieser außergwöhnlichen Fähigkeiten ist das einfach nur noch nervig und ich habe mich ganz ernsthaft gefragt „Liebe Isabel, warum ist dir dann fünf Jahre lang nicht aufgefallen, dass dein Mann dir etwas vom Mond erzählt wenn du so toll bist?“ Mag sein, dass die Autorin sich selber auch so sieht – aber man muss es dem armen Leser nicht ständig auf die Nase binden das er blind durch diese Welt läuft? :-)EntwarnungDas hört sich jetzt alles ganz böse an, aber soooo schlecht ist das Buch dann auch wieder nicht. Die Grundidee ist auf jeden Fall sehr spannend, aber ich denke die Hälfte der Seitenzahl hätte vollkommen ausgereicht und und eine Kürzung hier und da hätte der Spannung gut getan. So war es mir einfach viel zu langatmig und durch die mehr als ausführlichen Nebenstorys zu unübersichtlich – daran konnte der ansonsten angenehme Schreibstil von Lisa Unger dann auch nichts mehr ändern.Mein Fazit:Eine tolle Idee, die leider nicht konsequent genug umgesetzt wurde. Hier bewahrheitet sich der Spruch “Weniger ist manchmal mehr”.