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LadySaphira

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Aoife

Aoife - Anja Ollmert Aoife ist eine moderne junge Frau, die mit viel Liebe und Leidenschaft gemeinsam mit ihrer Freundin Cathy eine Werbeagentur führt. Ihre private Leidenschaft gilt allerdings weniger den modernen Dingen sondern antiquarischen Büchern und hier besonders den keltischen Sagen.Eines Nachts, während sie in einem Buch über den keltischen Helden Cúchulainn liest, geschehen merkwürdige Dinge. Aoife fühlt sich ein bisschen schwindelig, schließt für einen Moment die Augen und als sie sie wieder öffnet sitzt sie Cúchulainn leibhaftig am Lagerfeuer gegenüber. Da weder Aoife noch Cúchulainn eine Ahnung haben wie sie dort hingekommen ist, noch wie sie zurück in ihre Welt kommen soll, beschließen sie, dass Aoife Cúchulainn erst einmal als angebliche entfernte Verwandte an den Hof des Königs begleiten soll.Wie lange sie diese Geschichte allerdings aufrecht erhalten können ist völlig unklar, denn nicht nur Neid und Intrigen machen Aoifes neues Leben schwieriger als gedacht.Mein Eindruck:Das erste was beim Lesen natürlich sofort auffällt sind die doch recht schwierigen Namen Aoife und Cúchulainn. Innerhalb der Geschichte gibt Anja Ollmert zwar die Erklärung dazu, wie man die Namen ausspricht, z.B. klärt Aoife einen ihrer Kunden darüber auf, dennoch bleiben die Namen für mich so etwas wie "gedankliche Zungenbrecher" :-) Das macht aber überhaupt nichts, es ist nicht mein erstes Buch mit schwierigen Namen und ich habe mir angewöhnt Namen in Gedanken halt so "auszusprechen" wie ich denke das sie klingen sollten. Das vereinfacht für mich das Lesen und es hört ja niemand meinen Gedanken zu *gg*Vieles was im Buch passiert, basiert auf alten keltischen Mythen, so beginnt z.B. Aoifes Reise durch die Zeit in der Samhain-Nacht, der Nacht zum 1.November, wenn die Menschen, der Sage nach, eine Zugang zu Anderen Welt haben und Gegenwart und Vergangenheit aufeinandertreffen können. Für mich auf jeden Fall eine schönere Vorstellung als wild kostümierte Leute auf Halloween-Parties :-) Auch Cúchulainn ist eine Figur aus der keltischen Mythologie - ein Held, aus dem Gefolge eines ebenfalls sagenhaften Königs von Ulster. In diese mythische Welt verschlägt nun die Heldin des Buches.Das Buch ist im Prinzip in zwei Handlungsstränge geteilt. Zum einen erfährt man wie Aoife ihr neues und duchaus aufregendes Leben meistert, zum anderen versucht Cathy herauszufinden was mit ihrer Freundin passiert ist und wo sie steckt. Der für mich eindeutig spannendere, schönere und wichtigere Teil ist die Geschichte rund um Aoife und Cúchulainn und welchen Abenteuern und Herausforderungen die beiden zu überstehen haben und vor allem natürlich, was aus den beiden wird.Die Sprünge zu Cathys moderner Welt sorgen allerdings dafür, dass die manchmal schon sehr romantische Geschichte rund um Aoife und Cúchulainn nicht ins Kitschige abrutscht, auch wenn deren Sorgen um die Freundin ebenfalls sehr einfühlsam geschildert werden. So ergänzen sich beide Handlungsstränge dann zu einer runden, schönen Geschichte.Trotz aller Freude über die schöne Geschichte gibt es auch ein paar Kleinigkeiten, die mich ein bisschen stören. Innerhalb der Geschichte ist die Sprache dem Ort und der Zeit des Geschehens wunderbar angepasst. Zu Beginn jedoch gibt es gelegentlich Sätze oder Gedanken, die so gar nicht passen. Als Aoife nach Hause kommt, streift sie z.B . ihre unbequemen Schuhe ab. "Welch eine Erholung für meine Füße!" entfährt es ihr. (Quelle: Aoife, S.12 lt. Kindle)Tut mir leid, aber so was denkt eigentlich kein Mensch, oder? Gerade im ersten Teil des Buches ist mir das mehrmals aufgefallen, später dann allerdings nicht mehr, dann passen Gespräche und Gedankengänge wirklich gut zur Handlung. Gegen Ende des Buches versucht Aoife dann ihren Reisegefährten das Christentum näher zu bringen und erzählt sowohl die Weihnachtsgeschichte, als auch von der Kreuzigung Jesu und einigen andere Begebenheiten aus dem Leben Jesu. Mir war dieser Teil definitiv zu lang - zumal all diese Geschichten mir und sicherlich dem allergrößten Teil der Leserschaft hinreichend bekannt sind. Da hätte es etwas weniger ausführlich für meinen Geschmack auch getan.Aber beide Punkte haben meine Freude an der märchenhaften Geschichte Aoifes nur unwesentlich getrübt und ich habe es wirklich genossen, mich von Anja Ollmert in eine andere Welt entführen zu lassen.