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LadySaphira

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Bretonische Verhältnisse: Ein Fall für Kommissar Dupin

Bretonische Verhältnisse: Ein Fall für Kommissar Dupin - Jean-Luc Bannalec Bretonische Verhältnisse ist in vier große Kapitel unterteilt, die jeweils einen Tag der Ermittlungen erzählen. In diesen vier Tagen führt Monsieur le Commissaire unzählige Gespräche mit Angehörigen und Freunden des ermordeten Hoteliers und kommt so nach und nach vielen kleinen und großen Geheimnissen der Familie Pennec auf die Spur. Für weniger kunstbegeisterte Menschen wie mich wird dann auch Gott sei Dank relativ ausführlich erklärt, was es mit der Schule von Pont Aven auf sich hat, was schon sehr wichtig für die Hintergründe des Falles ist.Hin und wieder entsteht dabei bei mir der Eindruck, das Georges Dupin nicht nur die Hauptperson des Buches sondern die einzige Person überhaupt ist - alle anderen Personen, ob Familienangehörige und Freunde des Opfers oder Kollegen des Kommissars, werden kaum beschrieben und bleiben recht blass im Hintergrund.Allerdings ist Dupin auch ein recht dominanter, eigenwilliger und eigenbrötlerischer Charakter. Er führt die Ermittlungsgespräche mehr oder weniger im Alleingang, hat alle Fäden in der Hand und überlässt den anderen ganz gerne die langweilige Recherchearbeiten.Privates erfährt man kaum zu seiner Person,weder warum er versetzt wurde, noch wer die Damen in seiner Vergangenheit sind die immer mal wieder durch seine Gedanken wandern. Eigentlich mal ein ganz wohltuender Unterschied zu vielen anderen Krimis, in denen das Leben der Ermittler manchmal mehr Raum einnimmt, als das eigentliche Verbrechen. Für weitere Kriminalfälle rund um Dupin, die ja angekündigt sind, würde ich mir dann aber schon ein bisschen mehr Teamarbeit der Ermittler wünschen :-)Fast genauso viel Raum wie Georges Dupins Person nehmen die Schilderungen der Landschaft rund um Pont Aven ein. Diese Lanschaftsbeschreibungen sind sehr stimmungsvoll und zaubern mir eine sehr malerische, liebliche Landschaft vor mein inneres Auge. Zu den Beschreibungen der Landschaft und Orte gehören natürlich auch unvermeidliche Restaurant- und Cafebesuche die Dupin stets sehr genießt und über die Jean-Luc Bannalec sich gerne ausführlich auslässt :-) Ich war selber noch nie in der Bretagne, aber ich habe den Eindruck da tatsächlich etwas verpasst zu haben, vielleicht sollte ich das mal bei der nächsten Reiseplanung berücksichtigen.Etwas weniger Raum als Dupin und die Bretagne nimmt der Kriminalfall, ein. Nicht das die Geschichte nicht spannend oder schlecht konstruiert war, aber sie gerät zu oft hinter den Landschaftsschilderungen und Dupins Gedankengängen ins Abseits, was ich persönlich ein bisschen schade finde. Trotzdem hat Bretonische Verhältnisse mir gut gefallen, Jean-Luc Bannalecs ruhige, unaufgeregt Art die Geschichte zu erzählen fand ich sehr angenehm und ich habe das Buch so ziemlich in einem Rutsch gelesen.