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LadySaphira

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Kasparows Züge: Ein himmlischer Linz-Krimi

Kasparows Züge - Eva Reichl Das Titelbild des Buches lässt schon ein bisschen erahnen, wohin die Reise geht - zwei Hände über einer blutroten Schachfigur.Wobei die Hände nicht irgendwelche Hände sind, sondern offenbar einem Teilausschnitt aus Michelangelos Gemälde „Die Erschaffung Adams“ nachempfunden sind.Ein Motiv das sich mittlerweile leider tausendfach, selbst auf Kaffeetassen und WC-Deckeln, finden lässt. Bei manchen bedruckten Dingen würde Michelangelo sich sicher im Grabe herum drehen, wenn er das wüsste!Aber hier passt es dann wirklich mal gut :-)Der Geschichte Kasparows Züge liegt eine wirklich tolle Idee zugrunde. Während die Polizei in den doch ziemlich brisanten Mordfällen ermittelt, spielen Gott und Petrus im Himmel ein Partie Schach und kommentieren nebenbei das Geschehen auf der Erde – das Spiel entscheidet dann, ob Kommissar Neuhorn göttliche Hilfe bekommt oder nicht.Die Umsetzung dieser Idee hat mir aber leider nicht so gut gefallen.Der chronisch überforderte Wächter der Himmelspforte und ein ziemlich ironischer Herrgott erinnern mich dann doch zu sehr an Waldorf und Statler aus der Muppetshow und was ich zuerst ziemlich witzig fand, hat mich dann doch auf Dauer leider eher genervt.Die kleinen, eingestreuten Kapitel mit den beiden himmlischen Zockern, zu besseren Unterscheidung jedes Mal in Kursivschrift gesetzt, stören auf Dauer den Fluss der Geschichte und wirkliche Spannung will sich bei mir dann auch nicht aufbauen.Die Verbrechen an sich und auch die Auflösung sind recht gut durchdacht, aber die Figuren bleiben für meinen Geschmack alle viel zu blass und schaffen es nicht, mich zu erreichen, mich mitzureißen oder mich irgendwie zu beschäftigen. Ein bisschen von der Mühe und den Details die im Schachspiel stecken, hätte der Kriminalgeschichte auch gut getan.Was mich ebenfalls gestört hat, sind die kleinen Schachfiguren, die offenbar innerhalb der einzelnen Kapiteln immer mal wieder besonders wichtige Stellen hervorheben sollen.Ich weiß nicht wessen Idee das war, aber ich merke beim Lesen durchaus selber, wann es spannend oder interessant wird. So fühle ich mich ein bisschen gegängelt so nach dem Motto -"Hey, lies das - das ist wichtig!" Wenn ein Buch wirklich spannend ist, dann lese ich schon von ganz alleine den gesamten Text.