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LadySaphira

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Fragmente des Wahns

Fragmente des Wahns - Michael   Schmid Nach einem Autounfall erwacht Alex Schneider im Krankenhaus und stellt fest, dass er sich nicht daran erinnern kann, was passiert ist. Aber die Ärzte beruhigen ihn und versichern ihm, dass das durchaus keine Seltenheit sei. Trotzdem checken sie ihn gründlich durch, finden allerdings keine größeren Verletzungen und er kann das Krankenhaus bald verlassen. Trotzdem ist Alex beunruhigt, denn seit dem Unfall hat er merkwürdige Träume, die sich nach seiner Entlassung weiter verstärken, bis hin zu handfesten Halluzinationen. Sein ganzes Leben scheint dadurch mehr und mehr aus den Fugen zu geraten und er will unbedingt herausfinden, was es mit diesen Wahnvorstellungen auf sich hat.Tief in seinem Innersten weiß er, das all das was er in seinen Halluzinationen sieht einen realen Hintergrund haben muss und er ist fest entschlossen, die Wahrheit herauszufinden. Koste es was es wolle...Mein Eindruck:Fragmente des Wahns beschreibt einen kleinen, sehr kleinen Teil im Leben von Alex Schneider. Es beginnt am 14. Juli 2011 und endet am 26. Juli 2011 - nur wenige Tage im Leben des Protagonisten, die allerdings sein Leben gründlich auf den Kopf stellen. Das Buch ist ein bisschen wie ein Tagebuch gehalten, wobei Alex Gedanken und seine Halluzinationen inKursivschrift gehalten sind und ich als Leser sie so recht gut vom tatächlichen Geschehen unterscheiden kann.Der Anfang gestaltete sich für meinen Geschmack ein bisschen sehr langamtig, der Krankenhausaufenthalt nimmt sehr viel Raum ein und jeder der selbst schon mal im Krankenhaus lag weiß, dass es dort selten wirklich spannend ist. So geht es dann auch Alex, denn meistens schläft er - andererseits erfährt man hier natürlich ziemlich viel von seiner Vorgeschichte, da er recht ausgiebig davon träumt. Mir wäre hier alles etwas kompakter und kürzer lieber gewesen.Ab dem Moment wo er wieder nach Hause darf nimmt die Geschichte jedoch sehr an Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich, die Spannung steigert sich und hält sich auch bis zum Ende. Natürlich fängt man mitzurätseln was denn nun wirklich geschehen ist und was hinter seinen Halluzinationen steckt. Irgendwann, ungefähr nach zwei Dritteln des Buches, war ich mir ziemlich sicher, die Lösung zu kennen. Die Geschichte erinnerte mich an einen Film den ich mal gesehen habe (nein, ich verrate nicht welchen Film ich meine), aber am Ende musste ich feststellen, das doch alles anders war :-)Michel Schmid versteht es in Fragmente des Wahns die einmal aufgebaute Spannung dann auch wirklich bis zum Ende zu halten und einen gelungenen Showdown zu inszenieren. Das Buch lässt sich trotz der leichten Längen zu Beginn recht flüssig lesen und ich für meinen Teil mochte es nachher nicht mehr aus der Hand legen, weil ich nun unbedingt wissen wolltewas wirklich passiert war.Ein bisschen gestört haben mich die hölzern wirkenden Dialoge mit Lilli, der dreijährigen Tochter. Ein Beispiel? Kurz nachdem Alex am Telefon vor seiner versammelten Familie wegen einer seiner Wahnvorstellungen ausgerastet ist, schickt die Mutter das Kind dann raus um mit ihrem Mann zu reden. "Würde es dir etwas ausmachen, kurz allein im Garten zu spielen? Mama und Papa müssen sich nur mal kurz alleine unterhalten." Lilli nickte zur Antwort und verschwand sogleich im Garten. Quelle: Fragmente des Wahns, S. 118Tut mir leid, niemand redet nach so einem Auftritt so mit einem verstörten 3jährigen Kind und vor allem verschwindet kein Kind nach so einer Ansage wortlos im Garten. Selbst wenn vorher nichts außergöhnliches passiert ist.Allerdings beschränken sich diese eher unrealistisch wirkenden Gespräche auf Lillis Teilnahme am Geschehen und fallen mir als Mutter vielleicht mehr auf als anderen.Ein weitere Punkt der mir aufgefallen ist, hat nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun :-) Fragmente des Wahns ist auf reinweißem Papier gedruckt was meine Augen überhaupt nicht mochten, sondern sie ziemlich müde machten. Ich versuch mal den Unterschied zu anderen Büchern im Foto festzuhalten, mal sehen ob es klappt.Aber auch das kleine Problem mit dem weißen Papier hat mich letztendlich nicht davon abgehalten das Buch zu verschlingen, denn dazu war dann einfach viel zu spannend :-)